Ur- und Frühgeschichte

Südlich von Grebbin erstreckt sich ein flacher Höhenzug, der im Gerichtsberg bei Wozinkel mit 83m über dem Meeresspiegel seine höchste Erhebung hat. Das vom Höhenzug eingenommene Gebiet ist relativ wasserarm. An seinen Hängen entspringen jedoch einige bekannte Flüsse und Bäche, so auch die Warnow in Grebbin.
Die unterschiedlichen Wasserverhältnisse führten dazu, dass auf dem Höhenzug menschliche Besiedlung rar blieb. Dagegen ist an den Hängen rege Besiedlungstätigkeit über alle Epochen nachweisbar.
Ein Großsteingrab (Nr. 2) aus der Jungsteinzeit (2200 - 2000 BC) oder auch ein Hügelgrab (Nr. 1) aus der Bronzezeit (1800 - 600 BC) sind Zeitzeugen dieser Epochen.
Die Germanen sind nur mit einem Fundplatz (Nr. 9) vertreten. Die dort gefundene Keramik gehört in das erste bis zweite Jahrhundert unserer Zeitrechnung.
Im dritten bis achten Jahrhundert war das Gebiet um Grebbin offensichtlich nicht besiedelt. Zumindest sind bis heute keine Hinweise darauf gefunden worden. Danach wanderten die Slawen ein. Sie gaben dem heutigen Ort seinen Namen.
Mit Vorliebe legten die Slawen ihre Siedlungen dort an, wo bereits die Menschen vergangener Epochen lebten. In unserem Fall ist das die Fläche zwischen Humberg und Warnow (Nr. 8). Das gesamte Gelände nördlich des Humberges ist mit slawischen Scherben regelrecht übersät.
Nach den militärischen Eroberungszügen deutscher Feudalherren im 12. Jahrhundert begann am Anfang des 13. Jahrhunderts die Einwanderung deutscher Bauern. Um den Einwanderern einen Anreiz zum Siedeln zu geben, erhielten sie Vergünstigungen in Form von Abgabefreiheiten und Frontdienstbefreiungen.
Um Konflikten mit der ansässigen slawischen Bevölkerung aus dem Weg zu gehen, gründeten sie ihre Niederlassungen in gewisser Entfernung von bestehenden slawischen Dörfern. Das neue Grebbin entstand etwa 1 km flußaufwärts vom alten Dorf in der Nähe der Warnowquelle. Auf den Fundplätzen (Nr. 3, 11, 13) finden sich graublaue, frühdeutsche Scherben aus dieser Zeit. Mit dem weitern Ausbau des neuen Dorfes ging das slawische Grebbin ein.
Weitere Veränderungen in der Landesstruktur, die vermutlich mit der Erhebung des obodritischen Landes um 1200 zusammenhängen, bewirkten das Abtrennen der Dörfer Wozinkel und Grebbin und ihre Vereinnahmung in der neu entstandenen Vogtei Parchim.
1262 wird urkundlich der erste Grebbiner genannt, es ist der Ritter David von Grebene (Grebbin), ein Vasall des Fürsten Heinrich I.



