Die Müller der Erdholländermühle in Grebbin
Fast hundert Jahre bildete die Mühle in Grebbin ein bedeutendes wirtschaftliches und kulturelles Bauwerk. Der Erbauer war Johann Levin Bollbuck, geboren 1839 in Bruel. Mit vierzehn begann er die dreijährige Müllerlehre und schloss diese ab. Der Tradition ensprechend ging er auf Wanderschaft. Nach seiner Rückkehr nahm er Arbeit in der Gutsmühle in Herzberg auf. Um 1868 übernahm er die schon im 16. Jahrhundert gebaute Bockmühle in Kossebade als Pachtmühle, und war wohl der letzte Pächter dieser Mühle, die schon dem Verfall preisgegeben war.
Levin verfolgte nun mit Beharrlichkeit zwei Ziele. Erstens die passende Frau zu finden und zweitens ein selbständiges Müllergewerbe zu erreichen. Mit der Heirat der Tochter des alteingesessenen Vollhüfners Warner, Friederike Warner, die sicher nicht ohne eine erhebliche Mitgift in die Ehe ging, wurde sein erstes Ziel Wirklichkeit. 1869 wurden mit der Einführung der Gewerbeordnung des Norddeutschen Bundes, die bis dahin in Mecklenburg noch immer geltende mittelalterlichen Zunftbestimmungen und Zwangsmahlverordnungen endgültig aufgehoben.
Damit wurden bessere Existenzbedingungen für einen selbständigen Müller geschaffen. Johann Levin Bollbuck nutzte die Gunst der Stunde so wie sein durch fleißige Arbeit erworbenes Geld und das in die Ehe eingebrachte Vermögen seiner Frau zu einem für die damalige Zeit sehr selbstbewusten Schritt.
Er baute eine eigene Mühle auf dem Grund einer 1874 erworbenen Bauernstelle in Grebbin. Es wurde eine sogenannte Erdholländermühle, massiv und nach den damals modernsten Gesichtspunkten der Mühlenbaukunst errichtet. So hatte er spätestens 1880 sein Ziel erreicht, er war sein eigener Herr und Müllermeister zu Grebbin.
Aus der Ehe gingen zehn Kinder hervor, von den 6 Jungen erlernten 4 das Müllerhandwerk. Kronsohn war der 1874 geborene Hermann Bollbuck. Als 1952 Hermann Bollbuck verstarb übernahm sein Sohn Franz das Erbe und führte es bis kurz vor seinem Tode im Januar 1964 traditionsgemäß fort. Zum Weihnachtsfeste und Jahreswechsel 1963/1964 wurde in der Erdholländermühle das letzte Schrot geschrotet.
Bis 1990 war die Mühle dem Verfall ausgeliefert, dann erwarb Hans-Eike Müller (Lehrer für Kunst,Geschichte und Sport) das Bauwerk und erfüllte sich damit einen Traum. Seitdem erwacht die Mühle wieder zum Leben. Korn wird auch heute noch nicht wieder gemahlen, denn sie wird jetzt zu Wohnzwecken genutzt, aber dennoch kann die Mühle heute mit neuem Außenkleid und Flügeln wieder stahlen. Dank den neuen Besitzern das dieses Bauwerk ein Wahrzeichen von Grebbin nicht verloren geht.



