Geschichte

Entstehung des Namens Grebbin

Die Slaven waren die Ursprünglichen Namensgeber. Die alte Form des Namens im 13. Jahrhundert, nämlich Grablin, Grabyn, will Kühnl (M. Jahrbuch XI.,VI.,S.56) mit dem Stamm Grabu = Hainbuche oder auch mit dem anderen Grabrauben verbunden wissen und schlägt demgemäß die Übersetzung Hainbuchenort oder Ort der Graba vor. Geblieben ist dann aber über die Jahrhunderte der abgeleitete Ortsname Grebbin.

Ur- und Frühgeschichte

Südlich von Grebbin erstreckt sich ein flacher Höhenzug, der im Gerichtsberg bei Wozinkel mit 83m über dem Meeresspiegel seine höchste Erhebung hat. Das vom Höhenzug eingenommene Gebiet ist relativ wasserarm. An seinen Hängen entspringen jedoch einige bekannte Flüsse und Bäche, so auch die Warnow in Grebbin. Die unterschiedlichen Wasserverhältnisse führten dazu, dass auf dem Höhenzug menschliche Besiedlung rar blieb. Dagegen ist an den Hängen rege Besiedlungstätigkeit über alle Epochen nachweisbar.

Grobe Karte von Grebbin

Grobe Karte von Grebbin

Ein Großsteingrab (Nr. 2) aus der Jungsteinzeit (2200 2000 BC) oder auch ein Hügelgrab (Nr. 1) aus der Bronzezeit (1800 600 BC) sind Zeitzeugen dieser Epochen.

Die Germanen sind nur mit einem Fundplatz (Nr. 9) vertreten. Die dort gefundene Keramik gehört in das erste bis zweite Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Im dritten bis achten Jahrhundert war das Gebiet um Grebbin offensichtlich nicht besiedelt. Zumindest sind bis heute keine Hinweise darauf gefunden worden. Danach wanderten die Slawen ein. Sie gaben dem heutigen Ort seinen Namen.

Mit Vorliebe legten die Slawen ihre Siedlungen dort an, wo bereits die Menschen vergangener Epochen lebten. In unserem Fall ist das die Fläche zwischen Humberg und Warnow (Nr. 8). Das gesamte Gelände nördlich des Humberges ist mit slawischen Scherben regelrecht übersät.

Nach den militärischen Eroberungszügen deutscher Feudalherren im 12. Jahrhundert begann am Anfang des 13. Jahrhunderts die Einwanderung deutscher Bauern. Um den Einwanderern einen Anreiz zum Siedeln zu geben, erhielten sie Vergünstigungen in Form von Abgabefreiheiten und Frontdienstbefreiungen.

Um Konflikten mit der ansässigen slawischen Bevölkerung aus dem Weg zu gehen, gründeten sie ihre Niederlassungen in gewisser Entfernung von bestehenden slawischen Dörfern. Das neue Grebbin entstand etwa ein Kilometer flussaufwärts vom alten Dorf in der Nähe der Warnowquelle. Auf den Fundplätzen (Nr. 3, 11, 13) finden sich graublaue, frühdeutsche Scherben aus dieser Zeit. Mit dem weitern Ausbau des neuen Dorfes ging das slawische Grebbin ein.

Weitere Veränderungen in der Landesstruktur, die vermutlich mit der Erhebung des obodritischen Landes um 1200 zusammenhängen, bewirkten das Abtrennen der Dörfer Wozinkel und Grebbin und ihre Vereinnahmung in der neu entstandenen Vogtei Parchim. 1262 wird urkundlich der erste Grebbiner genannt, es ist der Ritter David von Grebene (Grebbin), ein Vasall des Fürsten Heinrich I.

Entwicklung des Dorfes 13. bis 18. Jahrhundert

Urkundlich wurde unser Dorf Grebbin erstmalig am 6. Juni 1265 wie folgt erwähnt.

Helena, Herzogin von Sachsen, schenkt dem Haus zum Heil Geist zu Parchim das Eigentum von drei Hufen im Dorfe Grebbin.

Aber auch schon im Jahre 1262 verschrieb nachweislich der Ritter David von Grebene dem Heiligengeist-Stift in Parchim drei Hufen im Dorfe Grebbin. Dieser Ritter erschien 1265 als Zeuge in der einleitend bereits erwähnten Schenkungsurkunde der Herzogin Helena von Sachsen. 1286 kauft das Stift vier weitere Hufen aus Grebbin von den Kramonen (M.U.B.1850.7202).

Im 13. Jahrhundert erscheint Grebbin in den Archivunterlagen als ein Bauerndorf mit Anrechten landesherrlicher Vasallen und kirchlicher Stiftungen. Die Anrechte landesherrlicher Vasallen waren vielfachem Wechsel unterworfen. Eine dominierende Rolle hat in den ersten Jahrhunderten für Grebbin die Kirche gespielt. Dafür sprechen auch die umfangreichen Nachweisführungen in den Archiven.

Außer den schon erwähnten Kramonen, die am 15. Juni 1368 eine Hebung von 20 Schilling Lübisch aus Grebbin an Hennecke von Grabow verkauften, treffen wir dort um 1372 auch Reimbern von Mallin mit Besitzen und Rechten, über die er zugunsten zweier Basen verfügt. (M.U.B.9796.10294 nachgewiesen)

Später bekommen auch die Vikarei zu Parchim Einkünfte aus Grebbin. 1457 verpfänden die Herzöge Heinrich der Ältere und Heinrich der Jüngere für 550 gute, vollgewichtige rheinische Gulden und 300 Mark Pfennige das ganze Dorf an die Stadt Parchim. 1503 steht auch die St. Georgen-Kirche zu Parchim mit Einkünften von 8 verschiedenen Stätten im Dorf verzeichnet.

Einige der um 1500 genannten Namen (aus Abgabenlisten), sind heute noch Namen von ortsansässigen Familien, wie Stüwe (Stuve, Stuwe), Wandschneider, Sternberg (Sterneberch, Sternberck).

Entwicklung des Dorfes 19. bis 21. Jahrhundert

1857 ist aus Mecklenburgs Vaterlandskunde von Advokat W. Raabe zu entnehmen, wie das Dorf sich darstellte.

Zwei Meilen nordwestlich von Lübz, Dorf mit 349 Einwohnern, hat Pfarrkirche mit Thurm, zwei Schulen, 19 Drittelhüfner, 9 Büdner und 2 Häusler.
Auf einem der Bauernhöfe im Dorfe entspringt die Warnow.
An derselben nahe beim Dorfe (nordöstlich) liegt der 80m hohe Humberg.

In der zweiten Auflage von 1884 zeigten sich schon einige Veränderungen. Hier sind schon 1 Müller, 1 Schmied, 1 Krüger und 1 Schenkwirth hinzugekommen und es sind statt 9 schon 11 Büdner und aus 2 jetzt 23 Häusler geworden. Die Einwohnerzahl beläuft sich auf 397 Seelen.

Bis 1920 und für viele noch lange danach war die Arbeit ohne Technik, Energie und alle weiteren Selbstverstänglichkeiten unserer Zeit sehr schwer. Wer gute Pferde, Pflüge, Eggen und andere Geräte zum Bestellen des Ackers hatte, gehörte zu den Wohlhabenen. Bei kleineren Häuslern war das Leben und die Arbeit ohne diese Hilfsmittel schon schwer, da wurde geackert, gesät, gemäht, gerodet, geflochten und gesponnen alles per Hand. Erst am 24.12.1921 ließen die ersten vier Bauern (Stopsack, Hahn, Gottschalk, und Belbuck) Elektroenergie in ihre Grundstücke verlegen. Doch für viele Häusler waren die Kosten für den Energieanschluß zu hoch, sie blieben bis 1934 ohne Strom. Erst langsam zog die Technik ins Dorf ein und Dreschkästen, Rübenschneider, Garbenbinder und Kreissäge gehörten zum Dorfbild.

Im zweiten Weltkrieg blieb Grebbin zwar vor einen Bombenangriff verschont, aber nicht vor den entlos dahinziehenden Flüchtlingen. Manche blieben viele zogen kurze Zeit später weiter. Alle mussten leben und möglichst satt werden. Die Bauern stöhnten unter der Last der Ablieferungspflicht an den Staat.

1945 richtete der Handel eine Konsumverkaufstelle ein und 1948 wurde bei Eschenburg eine kleine HO-Verkaufstelle eröffnet. Mit der DDR entwickelte sich die LPG, die 1953 gegründet wurde. Von 1956 bis 1967 wurden Lehrlinge in der Landwirtschaft ausgebildet.

Post, Polizei, Friseur, Kindertagesstätte, Tierarztpraxis und staatliche Arztpraxis hielten im Dorf Einzug. 1970 konnte der 24 WE Wohnblock neu bezogen werden. Obwohl so ein Block nicht ins Dorfbild paßt, wurden auf einen Schlag alle Wohnungsfragen gelöst. 1985 entsteht an Ende des Dorfes eine 500er Schweinemastanlage. Im Herbst 1989 ein moderner Kuhstall für 200 Kühe und einer teuren Karussellmelkanlage.

Mit der Wende 1990 kam für die Landwirtschaftsbetriebe eine schwere Zeit. Doch es ist auch eine Zeit des Umdenkens. Missstände die Früher widerstandslos hingenommen wurden, werden jetzt um so lauter Angeprangert. Insbesondere betraf das die Dorfstrassen. Aber nach langen Mühen und mit Kampfesgeist konnten in den letzten Jahren die Ringstrasse, Warnowbrücke, Schulstrasse und Fritz-Reuter-Straße erneuert werden sowie ein Radweg zwischen Grebbin undWozinkel neu Angelegt werden. Auch wurde die Kirchhofmauer (Trocken-Felssteinmauer) neu Gesetzt, das Gemeindezentrum für Dorffeste und Ereignisse renoviert und ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut.

Das Dorf ist bestrebt sein Aussehen und Erscheinungsbild zu Verjüngen und historisches zu erhalten, was der Geschichte sowie der Zukunft des Ortes weiteren Auftrieb bringt.

Gemeinde Grebbin

Kossebade

Kossebade ist eines der ältesten Dörfer des Landkreises Parchim. Es liegt genau 10 km nördlich der Kreisstadt. Es wurde am 16. September 1250 erstmals urkundlich erwähnt.

Aus dem anfänglichen Rundling-Dorf (Kirche mit Dorfteich und 8 10 Gehöften) entwickelte sich später das Anglerdorf. Kossebade war seit der Gründung immer ein Bauerndorf das bis zur Eingliederung in die Gemeinde Grebbin im Jahr 1952 immer eigenständig war. Kirchlich gehörte es fast durchgängig zur Kirchgemeinde Grebbin. Nur kurzfristig gab es in Kossebade einen eigenen Pfarrer.

Hauptwirtschaftsfaktor war und ist die Landwirtschaft. Bis Ende 1953 hatten fast alle alteingesessenen grösseren Bauern das Dorf in Richtung Westen verlassen. Zur Bewirtschaftung der verwaisten Gehöfte wurde der Örtlich geleitete Landwirtschaftsbetrieb (ÖLB) gegründet. 1957 wurde dann zur Beseitigung der daraus resultierenden wirtschaftlichen Probleme die LPG gebildet. Nach der Wende bildete sich 1991 diese in eine Agrar GmbH um.

Die Mehrzahl der heutigen Wohnhäuser stammt aus der Zeit des vorigen Jahrhunderts bis in die Zeit des 1. Weltkrieges. Nach dem 2. Weltkrieg wurden nur 3 neue Häuser gebaut, jedoch viele restauriert und modernisiert. Ein Wohnhaus mit Scheune und 2 Scheunen im niederländischen Baustil stammen aus dem 17. Jahrhundert. Leider stehen noch zuviele Wohnhäuser leer und sind dem Verfall preisgegeben.

Der Dorfteich kleines Moor ist auch heute noch erhalten (was nicht überall selbstverständlich war). Er ist durch die Pflege der Dorfeinwohner und des Angelvereines wieder zu einem herrlichen Platz der Ruhe mit vielen Vogel und andern Tierarten geworden.

Nahe dem Ort liegt der Tannenberg. Ein Wäldchen an dem auch die Warnow entlang fliest und das schon mit erheblich mehr Wasser als an seinem Quell. Denn der Ort Kossebade und der Tannenberg ist von Moorigen Wiesen umgeben. Durch die vielen Entwässerungsgräben wird die Warnow zusätzlich gespeisst.

Wozinkel

Wozinkel ist von der Besiedelung her ein sehr junges Dorf das sich durch die Infrastruktur und der daraus entstandenden Knoten entwickelte. Im Jahre 1342 wurde der Ort Wozinkel erstmals urkundlich erwähnt. Deshalb feierte das Dorf 2002 seinen 660. Geburtstag.

Es ist ein sehr langgezogener Ort, welcher an dem alten Handelsweg Parchim Güstrow erbaut wurde. Heute führt diese Straße von Parchim nach Sternberg. Von Bedeutung ist heute auch die Wirtschaftsstrasse Wozinkel Dargelütz, da dies die kürzeste Verbindung zwischen dem Kieswerk in Dargelütz und der Hauptanbindung zur B192 ist.

Hauptwirtschaftsfaktor war schon immer die Landwirtschaft. Bis 1934 gab es in Wozinkel ein kleines Gut, welches zum Kloster Dobbertin gehörte. 1954 bildete sich eine LPG, die aber schon 2 Jahre später mit der LPG-Grebbin verschmolz. Seit 1989 betreibt die Grebbiner Argragenossenschaft in Wozinkel eine moderne 200er Milchviehanlage. Außer der Landwirtschaft gab es bis zum 1. Weltkrieg noch eine Ziegelei die schon im 18. Jahrhundert erbaut wurde. 1900 1975 war hier eine Molkerei in betrieb und zum Ende des 20. Jahrhunderts auch zeitweilig eine Schlachterei, Stellmacherei und einen kleinen Maurerbetrieb.

Gegenwärtig stehen 25 zumeist Einfamilienhäuser in Wozinkel. Drei davon wurden in den letzten 10 bis 15 Jahren gebaut. Alle andere haben ein Alter von 80 bis 100 Jahren. In diesen Häusern leben heute rund 75 Menschen, 1857 waren es noch 31.