Besondere Plätze

Die Warnow

Die in Grebbin entspringende Warnow lässt sich slawisch erklären aus Krähenfluss. Es wird aber auch die Vermutung ausgesprochen, dass der Name an die germanischen Warnen anknüpft. Die Quelle sprudelte noch bis in unsere Zeit hinein aus ihrem ursprünglichen Quellort. Meliorationsarbeiten und Dränagen haben jedoch den Quellsprudel für uns unsichtbar gemacht.

Die Warnowquelle

Die Warnow-Quelle unter der alten Schmiede

Das Wasser wird jetzt durch die Dränen unterirdisch abgefangen und durch sie erst einige hundert Meter weiter nördlich ans Tageslicht befördert. Gelegentlich jedoch ist sie auch an ihrem Quellplatz wieder zusehen, dann nähmlich wenn Grebbin durch ungewöhnlich starke Wassereinbrüche Land unter melden muss.

Solch einen Wassereinbruch hatten wir am 2.04.1996 und nochmal am 24.04.1996 zu melden. Durch plötzlich auftretende starke Niederschläge und einer raschen Schneeschmelze bei gefrorenen Boden waren in Minuten schnelle die Gehöfte der Strasse An der Warnow überflutet. Schlimmstes konnte jedoch durch schnelles Eingreifen verhindert werden. Nach Aussagen älterer Grebbiner ist für sie so etwas nichts ganz Ungewöhnliches. Man muss etwa alle 10 15 Jahre damit rechnen.

Besonders hoch stand das Wasser im Jahre 1961. Im Haus E. Bollbuck war gerade eine Hochzeit angesagt. Die Hochzeitsgäste und die Bewohner konnten das Haus nur mit einem Brühtrog (großer Kessel der zur Hausschlachtung gebraucht wurde) oder mit anderen Hilfsmitteln erreichen oder verlassen. Was der Feier aber keinen Abbruch tat.

Anmutiges Fäulein

Also die Warnow, schlank und mit schönen Kurven!

Anderenorts würde man wohl über sie lächeln, für Mecklenburg ist sie eines der charakteristischen Fließgewässer, ist ihr doch all das eigen, was auch die Mecklenburgerin auszeichnet: schön, ruhig und bedächtig, klug abwartend, kurz nur, aber dann mächtig aufbrausend, eigensinnig und dickköpfig. Als einziger mecklenburgischer Quellfluß fließt sie kurz nach dem Verlassen ihres Quellgebietes bei Grebbin unweit von Parchim störrisch nach Westen. Bei Vorbeck, nahe des Schweriner Sees und unmittelbar vor der Wasserscheide, besinnt sie sich darauf, daß genügend Wasser in die Nordsee fließt und es dort recht eng wird.

Kurzum, sie entschließt sich, an Kritzow und Langen Brütz vorbei eine Schleife zu machen und nach Osten abzubiegen, auch wenn sie das Kraft kostet, denn hier ist eine Endmoräne zu durchbrechen. Dann aber entfaltet sie bei Karnin ihre volle Schönheit, weshalb kluge Leute hier auch ein Naturschutzgebiet eigerichtet haben. Schön gemächlich, voller Anmut und mit vielen Biegungen mäandrierend, fließt sie weiter bis nahe Sternberg.

Etwa bei Sternberger Burg sammelt sie Kraft und begrüßt freudig ihre Schwester, die Mildenitz, der sie zudem für die Transfusion von ein paar Kubikmeterchen Wasser herzlich dankt. Und dann, oh weia, dann rast sie los, tosend und schäumend geht die Post ab. Nichts und niemand kann ihr widerstehen, selbst die letzte Endmoräne der pommerschen Staffel nicht, die sie bei Groß Görnow mit einem bis zu 40 m tiefen Durchbruchtal gewaltig malträtiert. Und mit welch raffinierter Eleganz sie das geschafft hat: Eine Gletscherzunge hatte vor Tausenden von Jahren aus purer Leibesnot diesen Geröllwall durchbrochen, damit der Gletscher nach Süden hin sein Wasser lassen konnte.

Fräulein Warnow nutzt diese Pinkelrinne nun umgekehrt nach Norden! Hinter diesem Durchbruchtal erweist sich ihre kluge Stategie: 92% ihres Gefälles hat sie bis hierher auf ihrem 88 Kilometer langen Weg abgegeben, und die restlichen 8% oder ganze 18 cm Gefälle reichen aus, daß sie in aller Gemütsruhe bei Warnemünde das Land verlassen kann, um sich mit dem MARE BALTIKUM zu vermählen.

Dazu hat sie eine Wegstrecke von 151 km gebraucht, hat Wasser aus einem Einzugsgebiet von 3324 km2 aufgenommen und ist damit nach der vorpommerschen Peene Mecklenburg/Vorpommerns größte Ostseewasserspenderin. Hier sagen wir ihr auch Dank dafür, daß sie uns eine der schönsten Flußlandschaften unseres Landes hinterlassen hat.

Die Dorfkirche

Dorfkirche

Alte Feldsteinkirche

Die aus Chor, Langhaus, nördlich angefügter Sakristei und Turm bestehende Kirche ist ein Feldsteinbau des 13. Jahrhunderts im Charakter der Übergangszeit zum gothischen Stil. Um 1284 wird erstmalig ein Kirchenrektor Gerhard erwähnt, daher ist anzunehmen, dass zu dieser Zeit auch der östliche Teil der Kirche erbaut worden ist. Der im späten 15. Jahrhundert vorgesetzte Westturm besteht im unteren Teil aus Feldsteinen und im oberen Teil aus Backstein und beherbert heute wieder drei Glocken.

Die zwei größten Glocken wurden im zweiten Weltkrieg vom Staat angefordert und mussten abgeliefert werden. Der 1947 gestellte Antrag auf Rückführung der beiden Glocken wurde abgelehnt und somit mussten die größte Glocke, erbaut 1788 von Joh.v.Schulz in Rostock und die Mittlere (ohne Angaben) entgültig als verloren betrachtet werden. Die Kleine Glocke hat einen Durchmesser von 0,61 m und wurde Anno 1650 von Augustin Frieling Jurat Hein van Dam gegossen. Die heutige Mittlere (1,05m); und die Grösste (1,20m) wurden 1969 gegossen.

Die Orgel ist eine Runge Orgel und wurde von J. Schwarz aus Rostock für 1906 Mark und 67 Pfennige gebaut und installiert. Am 29.03.1896 wurde sie feierlich eingeweiht. 1924 wurde sie neu gestimmt, 1948 repariert und 1988 durch zwei Gesellen im Orgelbau aus der Partnerkirchgemeinde Burglengenfeld komplett restauriert.

Geschichte des Pfarrhauses

Ehemaliges Pfarrhaus

Während der Amtszeit von Ernst Johannes Wilhelm Theodor Moldt als Pastor, wurde 1886 der Bau des heutigen Pfarrhaus begonnen (der Bau kostete fast 30000 Mark) und konnte 1887 im Herbst bezogen werden.

Das alte Pfarrhaus das ein großes Fachwerkhaus war wurde danach abgerissen. 1888 kaufte Rittmeister Böttinger(lt. Pfarraufzeichnungen Erbpächter Albrecht) das alte Pfarrhaus und baute es originalgetreu auf seinem Hof (heutige Fritz-Reuter-Strasse; Ecke Pflaumenallee) wieder auf, wobei sicherlich schadhaftes Holz durch neues ersetzt wurde. Seit 1929 befindet sich dieses Gehöft im Besitz der Familie Brodthagen.

Das Großsteingrab

Großsteingrab

Großsteingrab

Auf der Feldmark Grebbin standen bis in unser Jahrhundert hinein mehrere Bodendenkmale. Von diesen blieb nur eines, ein teilweise zerstörtes Großsteingrab erhalten. (1900 waren es noch zwei Steingräber und ein Hügelgrab.)

Es handelt sich vermutlich um einen Großdolmen, von dem aber nur drei Träger- und ein Deckstein übrig geblieben sind. Der Deckstein ist abgekippt. Auf ihm befinden sich schälchenförmige Vertiefungen. Die Schälchen wurden nicht von den Erbauern der Anlage angebracht und dienten wahrscheinlich kultischen Zwecken. Die Erbauer waren Angehörige der sogenannten Trichterbecherkultur. Sie lebten in der Jungsteinzeit, 2200-2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung.

Ein Hügelgrab, das heute nicht mehr existiert wurde im Oktober 1904 durch R.Beltz auf dem Voßberg ausgegraben. Das Hügelgrab war mindestens 2m hoch und entstand in der Bronzezeit (1800-600 BC) als Begräbnisstätte. Nach der Ausgrabung stand dieser Platz nicht mehr unter Denkmalschutz und verschwand im Laufe der Zeit ganz. Aus dieser Zeit stammen auch die Scherbenfunde zwischen dem Voßberg und der Warnow wo ein jungbronzezeitliches Urnengräberfeld liegt.

Die Müller der Erdholländermühle in Grebbin

Erdholländermühle

Fast hundert Jahre bildete die Mühle in Grebbin ein bedeutendes wirtschaftliches und kulturelles Bauwerk. Der Erbauer war Johann Levin Bollbuck, geboren 1839 in Bruel. Mit vierzehn begann er die dreijährige Müllerlehre und schloss diese ab. Der Tradition ensprechend ging er auf Wanderschaft. Nach seiner Rückkehr nahm er Arbeit in der Gutsmühle in Herzberg auf. Um 1868 übernahm er die schon im 16. Jahrhundert gebaute Bockmühle in Kossebade als Pachtmühle, und war wohl der letzte Pächter dieser Mühle, die schon dem Verfall preisgegeben war.

Levin verfolgte nun mit Beharrlichkeit zwei Ziele. Erstens die passende Frau zu finden und zweitens ein selbständiges Müllergewerbe zu erreichen. Mit der Heirat der Tochter des alteingesessenen Vollhüfners Warner, Friederike Warner, die sicher nicht ohne eine erhebliche Mitgift in die Ehe ging, wurde sein erstes Ziel Wirklichkeit. 1869 wurden mit der Einführung der Gewerbeordnung des Norddeutschen Bundes, die bis dahin in Mecklenburg noch immer geltende mittelalterlichen Zunftbestimmungen und Zwangsmahlverordnungen endgültig aufgehoben.

Damit wurden bessere Existenzbedingungen für einen selbständigen Müller geschaffen. Johann Levin Bollbuck nutzte die Gunst der Stunde so wie sein durch fleissige Arbeit erworbenes Geld und das in die Ehe eingebrachte Vermögen seiner Frau zu einem für die damalige Zeit sehr selbstbewusten Schritt. Er baute eine eigene Mühle auf dem Grund einer 1874 erworbenen Bauernstelle in Grebbin. Es wurde eine sogenannte Erdholländermühle, massiv und nach den damals modernsten Gesichtspunkten der Mühlenbaukunst errichtet. So hatte er spätestens 1880 sein Ziel erreicht, er war sein eigener Herr und Müllermeister zu Grebbin.

Aus der Ehe gingen zehn Kinder hervor, von den 6 Jungen erlernten 4 das Müllerhandwerk. Kronsohn war der 1874 geborene Hermann Bollbuck. Als 1952 Hermann Bollbuck verstarb übernahm sein Sohn Franz das Erbe und führte es bis kurz vor seinem Tode im Januar 1964 traditionsgemäß fort. Zum Weihnachtsfeste und Jahreswechsel 1963/1964 wurde in der Erdholländermühle das letzte Schrot geschrotet.

Bis 1990 war die Mühle dem Verfall ausgeliefert, dann erwarb Hans-Eike Müller (Lehrer für Kunst,Geschichte und Sport) das Bauwerk und erfüllte sich damit einen Traum. Seitdem erwacht die Mühle wieder zum Leben. Korn wird auch heute noch nicht wieder gemahlen, denn sie wird jetzt zu Wohnzwecken genutzt, aber dennoch kann die Mühle heute mit neuem Aussenkleid und Flügeln wieder stahlen. Dank den neuen Besitzern das dieses Bauwerk ein Wahrzeichen von Grebbin nicht verloren geht.

Der Humberg

Oder wie der Humberg entstand

Der Humberg hat heute eine Höhe von 79,5m. Seine Entstehung verdanken wir der Eiszeit von vor 20.000 Jahren mit Ihren Gletscherzungen von ca. 1000m Stärke. Diese gewaltigen Eismassen, die sich von Skandinavien aus über unser Land hinweg schoben, führten ebendso gewaltige Massen von Schutt und Geröll mit sich. Als sich dann vor ca. 17.000 Jahren diese Eismassen zurückzogen bildeten die Geröllmassen den 84 m über NN Höhenzug von Wozinkel Ausbau über Hof Bergrade bis nach Frauenmark.

Dieser Höhenzug ist ein markanter Punkt für den Wasserablauf und bildet die Wasserscheide zwischen Nordsee und Ostsee. Am Fusse des Höhenzuges entspringt die Warnow in Grebbin, die Wocker am Ausbau Dargelütz und der Mühlenbach bei Frauenmark. Durch das ablaufende Wasser entstanden eine Reihe von Söllen auf unserer Feldmark. So auch der Grod Sol bei Grebbin und das kleine und grosse Moor bei Kossebade.

So die Erklärung eines Wissenschaftlers. Andere haben da jedoch eine anderer Erklärung, wie die Berge und Sölle entschanden sind. Zu welcher Erklärung Sie neigen das überlasse ich ganz Ihnen. Jedoch soll an der Sage durchaus etwas Wahres sein.

Der Sage zufolge sollen sich vor vielen, vielen Jahren einst mal der Teufel und ein großer Riese gegenüber gestanden haben. Der Teufel stand in der heutigen Umgebung von Parchim und der Riese hielt sich in der Gegend von Sternberg auf. Es war ein flaches Land. Beide gerieten in einen bösen Streit. Der Riese wurde mit der Zeit immer wütender und um den Teufel zu vertreiben, griff er mit seinen großen Händen in die Erde und warf mit Erdklunpen nach dem Teufel. Der Teufel duckte sich und verschwand eilens.

Als nun dieser sagenhaft große Erdklumpen über das heutige Grebbinergebiet flog, brach davon etwas ab und fiel hier zur Erde. So entstand der Humberg. Der große Erdklumpen der hinter dem Teufel einschlug bildeten den Sonnenberg bei Parchim und die Ruhner Berge bei Marnitz. Die Löcher um Sternberg füllten sich nach und nach mit Wasser und so kamen die Sternberger und die umliegenden Dörfer zu ihren Seen.